Bremer Manifest - Energie in Bürgerhand

Das Bremer Manifest und die Plattform der Initiative wurden am 17. September 2016 auf dem Konvent des Bündnis Bürgerenergie in Berlin vorgestellt. In diesem Blog berichten wir aus unserem Arbeitskreis.

Der Blog ist offen für Gastbeiträge von anderen Organisationen.

20.09.2017

EEG: Innovationsmotor, nicht Preistreiber!



20/24 Faktencheck zum Themenblock 6: Kosten-Klarheit & -Wahrheit

fake: Die Energiewende ist am Ende, weil sie nicht bezahlbar und ein Bürokratiemonster ist.

Fakt: Die Umstellung auf 100% EnergiE aus erneuerbaren Quellen ist  nicht kompliziert und muß auch nicht noch sehr lange dauern. Die Energiewende kostet am Ende weniger als das Weitermachen, weil die Kosten für Abbau, Transport und Sicherung des Ganzen entfallen. Sie kann auch ohne die vielen Paragrafen des EEG verwirklicht werden. Das EEG und die Einspeisevergütung machen die Énergiewende nicht teuer, wenn das durch die EEG-Novellen seit 2012 deformierte Bürokratiemonster EEG wieder verschlankt wird und alle daran beteiligt werden. 

Fazit: Die EEG-Deformen waren ein großer Fehler, da sie die angelaufene Beschleunigung und Demokratisierung der Energiewende ausgebremst haben! Das EEG muss reformiert werden – zurück auf ein wenige Paragraphen und Seiten umfassendes Rahmenwerk!  

Patenschaft:  

Solarenergie-Förderverein Deutschland (Infokarte 6):www.sfv.de

E-W-Nord www.w-nord.de


 
19.09.2017

Neue Mobilität: Solar soll sie sein!

19/24 Faktencheck zum Themenblock 5 „Sektorkopplung“ 

fake: Die Metapher Sektorkopplung behauptet, neben Wärme könne auch die Mobilität durch einen Antriebswechsel elektrisch betrieben werden; dies sei dann die nächste Stufe der Energiewende. 

Fakt: Man möge sich erinnern, der Begriff der Energiewende hatte ursprünglich zum Ziel, sich von Atomenergie und Kohleverstromung abzuwenden und sich stattdessen der Kraft der Sonne zuzuwenden. Seit die Bundesregierung sich des Themas „angenommen“ hat, ist dies systematisch verdreht worden. Exemplarisch steht dafür die Diskussion um die E-Mobilität. Die „Elektrische“ bei Straßenbahnen, bei der Fernbahn sowie bei S- oder U-Bahnen gibt es schon seit über 100 Jahren. Nun sollen PKWs und LKWs auch einen Elektromotor bekommen und die Energiewende sei perfekt. Was für ein Unsinn. Was von wahlkämpfenden Parteipolitikern und Regierungsvertretern vollmundig verkündet wird, stößt bei der deutschen Automobilindustrie auf heftigen Widerstand. Der Widerwille rührt daher, dass hinter deren Geschäftsmodellen festgefügt wirtschafts- und machtpolitische Konglomerate stehen. Bereits eine mäßige Umverteilung auf  E-Antriebe im Straßenverkehr würde zu Verschiebungen in diesem Gefüge führen. Verlierer wären die Ölkonzerne. Aber letztlich sind dies Probleme innerhalb des fossilen Imperiums. 

Ersetzen wir den unspezifischen Begriff der Energiewende im Verkehr durch Solarisierung, finden wir bei der Mobilität den richtigen Zugang. Auch mit der Kraft der Sonne können und wollen wir fahren. Allerdings sollte dies nicht im Verhältnis 1 zu 1 geschehen. Eine solare Mobilität muss neu gedacht werden. Sie braucht nicht diesen überbordenden Individualverkehr, schon gar nicht in Form von geländegängigen SUVs inmitten städtischer Wohnviertel. Auch der ÖPNV erfordert eine Umstellung auf Ökostrom. In Berlin zeigt der seit einem Jahr amtierende rot-rot-grüne Senat, wie es nicht gemacht werden sollte. Mit einem Mehr an elektrischem ÖPNV ohne sauberen Ökostrom bereitet man fossilen Stromerzeugern nur eine willkommene Markterweiterung. Der Solarisierung der Mobilität dient dies nicht. 

Fazit: Was tun! Neue Lust auf solare Mobilität! Plugin-Hybride sind eine Übergangslösung. Es braucht zum einen echte Solarautos, die sich neben der Versorgung aus einem dezentralen Stromnetz, zumindest zu einem Teil, direkt bei der Sonne bedienen können. Die Entwicklung von Wasserstoff- und/oder Methanantrieben sollte zu einer zweiten Säule neuer Antriebstechnologien werden. Genauso bedeutsam ist aber die Erkenntnis, dass Bürgerenergie sich an der Bereitstellung von Ökostrom massiv beteiligen muss. Statt sich von den Netzbetreibern abregeln zu lassen, sollte die Bürgerenergie neue Geschäftsmodelle mit Power to X entwickeln, die auch der solaren Mobilität dienen.    

Hintergrund/links 

 Termine, Buch-/Filmtipp:  

Patenschaft:  
Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, DGS www.dgs.de


 
18.09.2017

Sonne – auch für die Wärmeversorgung!

18/24 Faktencheck zum Themenblock 5 „Sektorkopplung“ 

fake: „Bei der Sektorkopplung werden vorrangig solche Technologien verwendet, die Strom effizient in Wärme […] umwandeln und somit mit wenig erneuerbarem Strom möglichst viele Brennstoffe ersetzen“, so das Bundeswirtschaftsministerium in seinem Grünbuch Energieeffizienz. 

Fakt: Bei diesem scheinbar so glatten Satz stösst auf, dass die Energiepolitik der Großen Koalition nicht nur die Wärmeversorgung mit Strom bewerkstelligen, sondern dabei auch so wenig wie möglich erneuerbaren Strom einsetzen will. Gegenwärtig werden in Deutschland jährlich rund 100 Mrd. Euro für fossile Brennstoffe - Kohle, Erdgas und Öl - für die Wärmeversorgung von Gebäuden verheizt. Die Betonung auf effizient bedeutet, dass möglichst moderne Verbrennungstechnologien diese Mengen zwar deutlich reduzieren, aber eben nicht ganz aus dem Wärmemarkt eliminieren sollen. Genau dies wäre bei erneuerbarer Wärme im Verbund mit Speichertechnologien der Fall. Hinter der Metapher Energieeffizienz, welche das BMWi mit so großem Aufwand unters Volk zu bringen versucht, steckt ein weiterer Liebling der Ölkonzerne:  geschäumte Kunststoffe aus der Küche der Erdölchemie, wie Polystyrol und Polystyrol, die in großen Mengen als Dämmmaterial eingesetzt werden. 

Nun besteht auf dem Gebiet der Wärme ein großer Modernisierungsstau. Der entstand nicht deswegen, weil es einen Mangel an erneuerbaren Wärmetechnologien gäbe; die Kohle-, Öl- und Gaskonzerne blockieren dies. Denn an jeder veralteten Kesselanlage verdienen sie glänzend. Welche Vorteile rein regenerative Wärmekonzepte bieten, beweist das Smart District Heating aus Dänemark. Wärmepreise für weniger als 5 Cent/kwh sind fast die Hälfte bundesdeutscher Wärmekosten, egal ob große Fernwärme oder Gas- und Ölbrennwertkessel im Einfamilienhaus. 

Fazit: Nur mit Solarthermie gelingt die solare Modernisierung der Wärmeversorgung 

Eine solare Wärmeversorgung wird aus energetischen wie ökologischen Gründen keinesfalls rein elektrisch sein. Solarthermie hat einen dreifach höheren Wirkungsgrad als PV, um aus solarer Strahlungsenergie nutzbare Energie für warmes Wasser, Heizung und Prozesswärme zu machen. Wärmepumpe mit Ökostrom  und Solarthermie sind die wichtigste und ökologisch tragfähigste Verbundlösung für die solare Heizungsmodernisierung. Solarthermie erlaubt einen deutlich besseren Flächen- und Materialeinsatz. Auch biogene Reststoffe und Geothermie werden einen erheblichen Anteil zur Wärmeversorgung beitragen. Wärmenetze sind noch mehrheitlich KWK- Anhängsel von fossilen Großkraftwerken. Von besonderer Bedeutung werden kleine solare Netze und Nahwärmenetze, bis hinunter auf die Quartiersebene sein. Auch hier müssen erneuerbare Verbundlösungen entwickelt werden, welche die Öl-, Gas- und Kohleheizungen verdrängen. Mit Power to Gas, Power to Heat und Power to Liquid wird es möglich sein, dass Strom- und Wärmenetze sich verbinden, gegenseitig stützen und zu einer sicheren Versorgung führen. 

Hintergrund/links 

 

Termine, Buch-/Filmtipp:  

Patenschaft:  
Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, DGS www.dgs.de


 
17.09.2017

Sektorenkopplung? Verbundanwendungen!


copyright: pvspeicher.htw-berlin.de

17/24 Faktencheck zum Themenblock 5 „Sektorkopplung“

fake: Das Thema Sektorenkopplung war plötzlich da. Aus dem Begriffsbaukasten der Energiewendebewegung stammte es nicht. Von Anbeginn an war es mit dem Begriff Strom verknüpft. Die Metapher Sektorenkopplung ruft inzwischen bei vielen Menschen automatisch auch die Begrifflichkeit Strom auf. Sektorenkopplung ist gleich Strom – zukünftig soll in allen Sektoren alles mit Strom gemacht.

Fakt: Obwohl heute rund ein Drittel des Stroms regenerativ erzeugt wird, hat die Menge des Kohlestroms nicht abgenommen. Im Gegenteil, Kohlestrom ist zum Exportschlager der angestammten Stromkonzerne geworden. Und noch ist ein Ende nicht in Sicht. Gegen einen Ausstieg aus der Kohleverstromung hat sich die Bundesregierung stets gewehrt. Im Klimaschutzplan, der anlässlich der Klimakonferenz von Marrakesch im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde, fehlt eine zeitliche Festlegung zum Thema Kohleverstromung. Und die Planungen der Stromkonzerne sehen als Nachfolger der Kohlekraft für die Zeit nach 2040 neue Gaskraftwerke vor.

In seiner Studie zur „Sektorkopplung durch die Energiewende“ hat Prof. Quaschning von der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) die Anforderungen an den Ausbau erneuerbarer Energien zum Erreichen der Pariser Klimaschutzziele unter Berücksichtigung der Sektorkopplung so abgeschätzt: „Bei gleichbleibenden Verhaltens- und Konsummustern steigt dadurch der Stromverbrauch von derzeit rund 600 TWh auf gut 1300 TWh an“. Angesichts dieser Zahlen und des politischen Kräfteverhältnisses würde ein simpler Umstieg bei der Gebäudeheizung und in der Mobilität zu einer mächtigen Markterweiterung für die fossile Stromerzeugung führen. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass dieses Ziel von den Konzernen angestrebt und von der Merkel-Regierung unterstützt wird. Für die Bürgerenergie wäre eine kritiklose Übernahme dieser Strompläne mehr als nur ein Eigentor.

Fazit: Eine Sektorenkopplung mit Kohle- und Gasstrom drängt die Bürgerenergie ins Abseits! Was tun! Neben einem sparsamen Verbrauch liegt eine Lösung in der Weiterentwicklung der Erneuerbaren Energien zu Verbundanwendungen. Erneuerbare im Verbund können konkurrenzfähig, dezentral und verstetigt werden. PV und Windstrom werden bis heute als singuläre Technologien eingesetzt. Das war die erste und erfolgreiche Entwicklungsetappe der Erneuerbaren. Dabei unterliegen sie noch der natürlichen Fluktuation, wie Ackerbau, Viehzucht oder der Fischfang. Die Fluktuation der Einzeltechniken zu überwinden, steht als große Aufgabe für die zweite Etappe der Entwicklung von Erneuerbaren Energien an. Nicht Sektorenkopplung auf Basis fossiler Stromerzeugung sondern Erneuerbare im Verbund prägen die Zukunft der Energiewende.

Hintergrund/links

Termine

  • Wuppertaler Sonntagsmatinee „Wandel durch Handeln“: Klimaschutz-Energiewende-BürgerEnergiE am 17.9.2017 um 11 Uhr im Rex Filmtheater Kipdorf in Wuppertal-Elberfeld:
    http://www.njuuz.de/beitrag39960.html
    Im Anschluss an den Folgefilm: von/mit Al Gore „Immer noch eine unbequeme Wahrheit, Unsere Zeit läuft“ diskutieren wir mit Wuppertaler Bundestagskandidat*innen über Handlungsansätze zum Thema „EnergiE“. Damit knüpfen wir an die erste „BBEn-Hol den/die BürgerEnergiepolitiker*in“-Veranstaltung vom 4.4.2017 im NRW-Innovationszentrum, der historischen Wuppertaler VilllaMedia an.

Patenschaft:

Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, DGS www.dgs.de


 
16.09.2017

Power to X – auch als Speicher!

16/24 Faktencheck zum Themenblock 4 „dezentrale Versorgungssicherheit“ 

fake: „Energiespeicher sind zu teuer und nicht leistungsfähig genug um eine sichere Stromversorgung zu garantieren.“ 

Fakt: Für eine Energiewende mit 100 % Erneuerbaren Energien bei Strom, Wärme und Verkehr sind bereits heute alle notwendigen Technologien verfügbar. Für den Ausgleich schwankender Erzeugung bei Wind und Sonne werden zukünftig Wasserkraft und Biomasse zielgerichteter als steuerbare Erzeuger eingesetzt werden. Darüber hinaus stehen bereits heute eine Vielzahl von erprobten Technologien zur Speicherung und Umwandlung zur Verfügung: Batteriespeicher, Wärmespeicher, Pumpspeicher, Wärmepumpen, Power-to-Heat und Power-to-Gas etc.  

In den letzten Jahren hat sich nicht nur deren technische Entwicklung beschleunigt. Dank der langsam anziehenden Nachfrage durch die Elektromobilität werden beispielsweise immer leistungsstärkere Batterien produziert und dank der Massenfertigung zu stetig sinkenden Kosten angeboten. Ähnliche Effekte sind auch durch die Verbreitung von Technologien zu erwarten, die Erneuerbare Energien in Wärme, Gas und synthetische Kraftstoffe umwandeln. Ganz im Gegensatz zu fossilen und atomaren Technologien sind also sowohl auf der Seite der Erzeugung (insbesondere bei der Windkraft und der Photovoltaik) als auch bei der Speicherung und Umwandlung kontinuierliche Kostensenkungen bei steigender Leistungsfähigkeit zu beobachten und auch zukünftig zu erwarten. 

Fazit: Voraussetzung für eine schnelle, dezentrale und kostengünstige Energiewende mit 100 % Erneuerbaren Energien sind die politischen Entscheidungen für passende Rahmenbedingungen. Sobald Speicher und Power-to-X nicht mehr durch künstliche Blockaden aufgehalten werden und breite und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten finden, sinken die Kosten und steigt die Leistungsfähigkeit.  

Hintergrundlinks:  

Termine: 

Patenschaft:  

EUROSOLAR – Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e.V. www.eurosolar.org


 
15.09.2017

NEMO statt massivem Netzausbau!

15/24 Faktencheck zum Themenblock 4 „dezentrale  Versorgungssicherheit“ 

fake: „Die Erneuerbaren Energien müssen endlich in den Markt integriert werden!“ 

Fakt: Kein Markt funktioniert ohne Spielregeln, und die Spielregeln für Strom-, Wärme- und Kraftstoffmärkte sind in keiner Weise auf die steigenden Anteile Erneuerbarer Energien eingestellt worden. Sie sind völlig isoliert reguliert, unterliegen unterschiedlichsten Belastungen mit Steuern und Umlagen und werden von längst abgeschriebenen und hochsubventionierten Kraftwerken dominiert. Zudem werden nicht die tatsächlichen Energiekosten abgebildet, da Umwelt- und Gesundheitsschäden sowie Entsorgungskosten größtenteils auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. In diese Märkte können die Erneuerbaren Energien nicht sinnvoll integriert werden. 

Das EEG ist nach wie vor das entscheidende Instrument, das diese Verzerrungen auszugleichen versucht und durch den Einspeisevorrang sowie eine langfristig garantierte Vergütung überhaupt den Markteintritt neuer Anbieter ermöglicht und deren Investitionen absichert.   

In den vergangenen Legislaturperioden wurde es fahrlässig versäumt, eine zukunftsfähige Marktordnung zu etablieren. Dabei wurden alle konstruktiven Vorschläge, den Erneuerbaren Energien direkte und dezentrale Vermarktungsoptionen zu eröffnen, und damit auch die Belastungen durch die EEG-Umlage zu reduzieren, rundum abgelehnt.  

Fazit: Was tun! Wir brauchen eine NEUE ENERGIEMARKTORDNUNG (NEMO), in der die Erneuerbaren Energien ins Zentrum des Energiemarktes rücken. Die Marktregeln müssen an die Erneuerbaren angepasst werden und nicht umgekehrt. Folgende Eckpunkte müssen darin enthalten sein: 

  • Beschleunigter Ausbau der Erneuerbaren Energien und der dezentralen Infrastruktur 

  • Konvergenz (Zusammenführen) der Märkte für Strom, Wärme, Kraftstoffe 

  • Einführung eines Flexibilitätsmarktes auf Basis des KWK-G und des EEG  

  • Diskriminierungsfreier Marktzugang für Speicher und Power-to-X-Technologien 

  • Bündelung von Kompetenzen auf dezentraler Ebene bei Stadtwerken und Verteilnetzbetreibern  

  • Sofortige Beendigung der direkten und indirekten Subventionen für atomare und fossile Erzeuger und schrittweise Einführung einer Schadstoffsteuer  

Hintergrundlinks:  

Patenschaft:  

EUROSOLAR – Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e.V. www.eurosolar.org


 
14.09.2017

Speicher & Netze – dosierter Ausbau reicht aus!

14/24 Faktencheck zum Themenblock 4 „dezentrale Versorgungssicherheit“ 

fake: Fast alle politischen Parteien und nachgeschaltete Institutionen (z. B. Bundesnetzagentur) behaupten, dass vor einem weiteren intensiven Ausbau der Erneuerbaren Energien (PV und Windkraft) zuerst die Fernleitungsnetze bereitzustellen seien. Bevor diese nicht existierten, benötige man auch keinen nennenswerten Speicherausbau.  

Fakt: Wie von Prof. L. Jarass für die Fernleitung „SüdOst Link“ nachgewiesen wurde, wird diese Leitung nicht benötigt, um den Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu transportieren, sondern hauptsächlich für den Transport von Braunkohlestrom aus der Lausitz. Gleiches ist zu vermuten für die zwei anderen großen Fernleitungstrassen „NordSüd“- und „WestSüd“-Link. Momentane Schätzungen gehen von Netzausbaukosten zwischen 30 und 40Mrd. € aus. Es ist zu erwarten, dass wegen berechtigter Bürgereinsprüche entlang der Trassen ein erhöhter Verkabelungsanteil notwendig wird. Dies wird vermutlich die Kosten explodieren lassen.  

Dagegen würde eine Neuberechnung des aktuellen Netzentwicklungsplans, der von den vier Netzbetreibern mittels Beauftragung der Bundesnetzagentur erstellt wird, ohne Berücksichtigung von einspeisenden Kohlekraftwerken höchstwahrscheinlich ein ganz anderes Ergebnis hinsichtlich des erforderlichen Netzausbaus ergeben.  

Fazit: Was tun!  

  • Erstellung einer alternativen Netzstudie, unabhängig von den vier Netzbetreibern, unter Berücksichtigung abgeschalteter Kohlekraftwerke. 

  • Die sich daraus ergebende Einsparung im Netzausbau samt den Einsparungen durch die nicht zu erfolgenden Abschaltungen sind in den umgehenden Ausbau von Kurz- und später auch Langzeitspeicher umzuleiten. Diese Speicher werden später so oder so benötigt.  

  • Die süddeutschen Länder hängen beim Ausbau von Windenergie hoffnungslos gegenüber dem Rest der Republik hinterher. Auch deshalb erschienen zusätzliche lokale Leitungen ( auf Mittel- und Niederspannungsebene, keine Fernleitung) bzw. Speicher zumindest für die Spitzenlast unabdingbar. Es wäre nur fair, wenn die dadurch steigenden Netzentgelte bzw. Speicherausbaukosten für alle „Südländer“ moderat angepasst würden und diese nicht nach dem Gießkannenprinzip von der gesamten Bevölkerung/Industrie zu tragen wären.

 Hintergrund/links 

Patenschaft:

Die Freunde von Prokon e.V. (FvP) www.freunde-von-prokon.de


 
13.09.2017

Dezentral – Rebellion, Resilienz & Robustheit!

13/24 Faktencheck zum Themenblock 4 „dezentrale Versorgungssicherheit“

fake:

a. Zentrale Energieerzeugung hat sich bewährt.

b. Deutschland hat Klimaschutzziele definiert und wird diese erreichen. Klimawandel und Energiewende sind kein Wahlkampfthema. 

Fakt: 

a. Die zentrale Energieerzeugung mag sich in der Vergangenheit zur Nutzung atomar-fossiler Ressourcen (Atom, Kohle, Öl…) bewährt haben. Die Sonne – als wichtigste Energiequelle der erneuerbaren Energien – scheint überall. Folglich sollten wir doch bitte auch unsere Strukturen anpassen und EnergiE zukünftig dezentral erneuerbar erzeugen! Dezentrale Strukturen sind zudem widerstandsfähiger und können sich – im Krisenfall – gegenseitig unterstützen.  

b. Klimawandel und Energiewende müssen Thema Nr. 1 im Wahlkampf werden, denn Deutschland ist auf dem Weg, seine Klimaschutzziele krachend zu verfehlen! Das haben zahlreiche Organisationen der Erneuerbaren Energien längst erkannt und auch das ihnen Mögliche dafür getan:   

  • Gemeinsame Wahlprüfsteine erstellt und den Parteien vorgelegt.  

  • Die erhaltenen Antworten in Pressemitteilungen und einem Offenen Brief an Martin Schulz kommentiert und kritisiert 

Die Medienaufmerksamkeit, die dadurch erzeugt wurde, war eher bescheiden.  

Eine Gruppe um den Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber gab eine Erklärung mit der gleichen Stoßrichtung heraus. Diese wurde in überregionalen Zeitungen verbreitet. Sehr gut! 

Fazit: Was tun! WIR haben die Wahl! Dank prominenter Persönlichkeiten, die sich an dieser wichtigen Aktion beteiligt haben: Möge dadurch das Thema doch noch Gewicht in der Schlussphase des Wahlkampfes erhalten! 

  • Noch besser wird es, wenn der Prominenten-Kreis wahrnimmt, dass auch wir  - als engagierte Bürger*innen - uns schon lange für das gleiche Ziel einsetzen. 

  • Verbinden und verbünden wir uns: Lasst uns künftige Aktionen gemeinsam – noch öffentlichkeitswirksamer - machen! 

  • Dadurch stärken wir uns gegenseitig und erst recht die gemeinsame Sache!

     

Hintergrund/links 

Termine, Buch-/Filmtipps

  • Mutbürgerdokus erstellt Zeugnisse der Zeitgeschichte:  
    „Hallo Umweltfreunde und Kohlegegner! In einem ziemlichen Durchmarsch habe ich nun endlich auch meine umfangreiche Galerie der Aktion online. In drei Teilen zeige ich die 'Rote Linie'-Aktion, die Abschlusskundgebung und das Konzert von 'Sheik General'. Zusätzlich habe ich Audiomitschnitte der Einführungsansprache von Michael Zobel, sowie aller Reden in Manheim im Angebot. Wie immer ist konstruktive Kritik, Hinweise, Kommentare und Verlinken explizit erwünscht. Falls jemand Kontakt zu den Musikern hat, kann er/sie diese bitte auch benachrichtigen. Danke.“
    www.mutbuergerdokus.de/html/aktionen/2017_08_26_rote-linie-gegen-kohle-teil1-rote-linie.htm 


Patenschaft:

Bündnis Bürgerenergie e.V. www.buendnis-buergerenergie.de/home/  

BürgerEnergiE Altmark 

E-W-Nord www.w.nord.de  


 
12.09.2017

Gesetzlicher Rahmen – wirkt!


Copyright: DGS

12/24 Faktencheck zum Themenblock 3 „Umsetzungsrahmen für 100% EE“ 

Halbzeit – noch 12 Tage bis zur BT-Wahl = noch 12 Beiträge zur Energiewende...  

fake: Stecker-Solar-Geräte, auch Balkonkraftwerke genannt, seien „halblegal“ und würden „gegen geltende Sicherheitsnormen verstoßen“. 

Fakt: Beim Balkonkraftwerk, welches die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie DGS-SolarRebell® nennt und offensiv bewirbt, handelt es sich um ein legales Produkt, genauso wie eine Kaffeemaschine oder ein Staubsauger. Es verstößt auch nicht gegen Sicherheitsnormen. Das gilt auch für andere Anbieter. Gegenteilige Behauptungen werden in die Welt gesetzt, um zu verhindern, dass Mieter sich durch den Kauf einzelner Solarmodule an der Energiewende beteiligen. Die Module verfügen über einen eingebauten Wechselrichter, haben eine Leistung zwischen 200 und 300 Watt und können, wenn sie in eine Steckdose gesteckt werden, keinerlei Schaden anrichten. Sie helfen dem Betreiber aber, 30 bis 60 Euro pro Jahr an seiner Stromrechnung einzusparen. 

Die Falschmeldungen setzen daran an, dass diese bisher in keiner Norm vorkommen. Das ist bei Innovationen normal, sonst wären sie ja keine. Erst kommt die Innovation und dann die Norm. Gegenwärtig wird in verschiedenen Normenausschüssen des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V. (VDE) an deren Formulierung gearbeitet. Nicht verwunderlich ist, dass es Diskussionen um die Ausgestaltung gibt. 

In Deutschland sind geschätzt 30.000 Balkonkraftwerke in Betrieb. In den Niederlanden werden bereits über 200.000 Balkonkraftwerke betrieben, für die es eine Bagatellgrenze von 600 Watt gibt. Damit wird offiziell bescheinigt, dass kein Risiko vom Betrieb von bis zu zwei dieser Kleinanlagen ausgeht. Vergleichbare Regelungen existieren in Österreich und der Schweiz. Diese Bagatellregelungen besagen gleichzeitig, dass eine behördliche Anmeldung – wie bei Kaffeemaschinen oder einem Staubsauger – nicht erforderlich ist. 

Fazit: Was tun! Gesetzliche Rahmen wirken: Das zeigen die positiven Veränderungen beim Rauchen (gesündere Luft!) und Plastiktüten (gesündere Nahrungskette!). Beides nutzt uns, allen!  

Für Stecker-Kraftwerke gilt: In Deutschland ist eine Bagatellgrenze als Norm wie in unseren Nachbarländern erforderlich. Es würde der Energiewende ein großer Schub verliehen, wenn Hunderttausende von Mieterhaushalten rund 10 % ihres Stroms ab 4 ct/kWh selbst produzieren könnten. Der Stromzähler läuft dann einfach langsamer. Um der Panikmache zu begegnen, hat die Arbeitsgruppe PV-Plug der DGS auf der Basis umfangreicher Sicherheitsanalysen und mit Unterstützung von Experten und Institutionen einen Standard erarbeitet, der den sicheren Betrieb von „steckbaren Wechselstrom-Solarmodulen in normalen Haushaltsstromkreisen“ ermöglicht.

Hintergrund/links 

Patenschaft:

Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) www.dgs.de 


 
11.09.2017

eMobilität mit erneuerbarer EnergiE


Karikatur: DGS/Richard Mährlein

11/24 Faktencheck zum Themenblock 3 „Umsetzungsrahmen für 100% EE“ 

fake: E-Autos hätten eine zu geringe Reichweite, und ohne Schnellladestationen werde sich da nichts ändern. Deshalb brauche es für längere  Zeit noch den Diesel als „Übergangstechnologie“. 

Fakt: In der 2. Hälfte der 1980er Jahre entschied sich die deutsche Automobilindustrie dafür, den Schwerpunkt auf die Dieseltechnologie zu legen. Es begann die Ära des Turbodiesels („Vorsprung durch Technik“). Etwa zeitgleich begann Toyota mit der Entwicklung von Elektroantrieben. Daraus entstand das Hybridelektrokraftfahrzeug „Prius“. Er kam 1997 auf den Markt. Seither stehen sich der „saubere Diesel“ und Elektroantriebe konträr gegenüber. Auch wenn die Bundesregierung für 2020 das Ziel von 1 Mio. E-Fahrzeugen propagiert hatte, geschah wenig. Die Mehrzahl der Ladesäulen befindet sich in der Hand von großen Stromversorgern und  blieb gering. Die Vielzahl der Ladezugänge behindert den Ausbau der E-Mobilität. Bei dieser unklaren Versorgungssituation musste auch die Prämie für E-Autos verpuffen. Eine Verknüpfung von E-Mobilität und Erneuerbaren findet noch nicht statt. 

Damit E-Autos nicht mit schmutzigem Kohlestrom fahren müssen, sollte PV-Strom für E-Mobilität nicht mit der EEG-Umlage belastet werden. Es braucht Solar-Ladestationen im öffentlichen Bereich mit Wechselstrom. Sie würden Pendlerströme ansprechen, für die längere Ladezeiten kein Problem wären. Förderung sollte sich auf die Umrüstung der elf Millionen Zweit- oder Drittautos konzentrieren, die durchschnittlich nur 27 km am Tag fahren. Schnellladung an Gleichstromstationen wäre dagegen auf Schnellstraßen bzw. Autobahnen vonnöten. 

Fazit: Was tun! Deutschland ist noch immer auf den Diesel ausgerichtet. E-Mobilität aber hat auch mit Lebensqualität zu tun. Sie ist eine Chance und kein Übel. Sie macht Spaß und ist kein Verzicht. E-Mobilität ist lärm- und abgasfrei. 

Hintergrund/links 

 

Patenschaft:

Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) www.dgs.de


 
10.09.2017

Verursacherprinzip = CO2 bepreisen!


copyright: sfv / mester

10/24 Faktencheck zum Themenblock 3 „Umsetzungsrahmen für 100% EE“

fake: Energie aus erneuerbaren Quellen ist teuer als aus atomar/fossilen Quellen.

Fakt: Wesentlicher Unterschied ist die zT fehlende Transparenz der Preisgestaltung: „Bei fossilen Energien spiegeln sich die durch sie verursachten Klimaschäden, Verschmutzungen und Gesundheitsfolgen nur in geringem Umfang im Preis wider.“ (Greenpeace Energy, s.u., link)

Wären die wirklichen Kosten eingepreist und auf der Stromrechnung ausgewiesen, würde klar dass Energie aus atomar/fossilen Quellen sehr viel teurer ist als Erneuerbare. Hinzu kommt, dass die für alle Kunden transparente EEG-Umlage – wegen immer mehr Industrieausnahmen – nicht auf alle Schultern verteilt wird. Stromintensive Großindustrie nutzt die gesetzlich eingeräumten Ausnahmen. Die EEG-Umlage etc. tragen private Endverbraucher und der Mittelstand.

www.bremer-manifest.de/fileadmin/user_upload/Einleger_Guenstiger_Strom_DIN_lang_dk.pdf

Zukünftig könnten diese aus der CO2-Abgabe bzw. Schadstoffsteuer gespeist werden. In der Folge würde die Stromrechnung für Mittelstand und private Endverbraucher merklich günstiger…

Fazit: Was tun! Wer CO2 erzeugt und verbrennt, soll dafür zahlen. Wir brauchen keine neuen Klimaschutzziele, sondern Beschlüsse, wie wir diese wirksam erreichen.

Vorteil: Sogar RWE- Innogy… wird von Kohleverstromung Abstand nehmen, wenn es sich nicht mehr rechnet. Auch Bürger*innen werden z.B. Bestandsanlagen der Windenergie weiter betreiben können, wenn die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden und somit Strom wieder mehr wert wird  UND durch die Energiewende wird sich auch der CO2-Ausstoß in Deutschland verringern - was ja nicht der Fall ist, wenn alle Kohlekraftwerke ungebremst weiter laufen.

Für eine nationale CO2-Abgabe!
www.youtube.com/watch

Greenpeace Energy erwartet positive Wirkungen einer CO2-Steuer 

Zu den BEE-Plänen zur Einführung einer nationalen CO2-Steuer in Deutschland hat sich auch der Hamburger Ökoenergieversorger Greenpeace Energy geäußert. …“So würde eine CO2-Steuer eine entscheidende Benachteiligung erneuerbarer Energien auf den Elektrizitätsmärkten mildern: Bei erneuerbaren Energien fließen sämtliche durch die jeweiligen Technologien verursachten Kosten transparent in den Strompreis ein…“ www.iwr.de/news.php;

„Ein Kernelement der nationalen CO2-Steuer ist die Kombinierbarkeit mit europäischen Klimaschutzinstrumenten. Die nationale CO2-Steuer soll den Emissionshandel solange ergänzen, bis dieser zu einem Instrument weitentwickelt wurde, mit dem auch tatsächlich das Klima im Sinne des Pariser Klimaschutzabkommens geschützt wird.“  www.bee-ev.de/home/presse/mitteilungen/detailansicht/mit-nationaler-co2-steuer-lassen-sich-klimaschutzziele-erreichen/

Hintergrund/links

Termine

  • ab Samstag, 9. September 2017, 16:00 Ausstellung: Vergangenheit – Verlust – Veränderung // Wirklichkeiten und ästhetische Wahrnehmung
    https://hirtenturm.de/
  • Montag, 11. September 2017, 18:30 Dialog-Werkstatt: "Energiegewinnung im Rheinischen Revier"
    http://energieliga.org/
  • Freitag, 15. September 2017, 19:30 „Kirche - Klima - Kohle“ Wahlkreisgespräch: Wie sollen Klimaschutz und Nachhaltigkeit lokal und national umgesetzt werden?
    http://katholikenrat-dn.kibac.de/
  • Sonntag, 17. September 2017, 11:30 Waldspaziergang Hambacher Wald: Führung der anderen Art im einzigartigen alten Laubwald mit Michael Zobel und Eva Töller.
    naturfuehrung.com

Patenschaft:
Windfang eG, www.windfang.net
Solarenergieförderverein e.V. (SFV) www.sfv.de
Bündnis BürgerEnergie e.V. (BBEn) www.buendnis-buergerenergie.de
EnergiE zum Leben, auch in W-Nord (E-W-Nord) www.w-nord.de


 
09.09.2017

EEG parteiübergreifend

9/24 Faktencheck zum Themenblock 3 „Umsetzungsrahmen für 100% EE“

fake: Die Große Koalition habe eine „tiefgreifende Transformation der Energieversorgung“ und damit eine „Rettung der Energiewende“ eingeleitet.

Fakt: Seit 2009 wurde das EEG unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel in sein Gegenteil verkehrt und zu einem Behinderungsgesetz vor allem für die Solarenergie, umgestaltet.

100 % Erneuerbare sind möglich, das scheint hierzulande unumstritten. Das heißt aber noch lange nicht, dass alle, die von Erneuerbaren reden, diese auch wollen. Das Geschäft mit fossilen Brennstoffen und den damit verknüpften Verbrennungstechnologien ist riesig, und die politische Macht derer, die daraus ihre Vorteile ziehen, ist längst nicht gebrochen.

Vielen Solarfreunden erschienen im Jahr 2011 die Regierungsbeschlüsse zur Energiewende als ein Meilenstein auf dem Weg zur endgültigen Durchsetzung der Erneuerbaren. Der jahrzehntelange Kampf schien von Erfolg gekrönt, nun würde Kanzlerin Merkel nicht nur die Atommeiler abschalten, sondern der gesamten Kohleverstromung den Rest geben. Doch das Gegenteil trat ein.

Die Zukunft des EEG dürfte sich, je nach Wahlausgang, unterschiedlich, ja gegensätzlich, gestalten. Regiert Kanzlerin Merkel weiter, wird das EEG als Bremse auch für Windenergie an Land missbraucht werden. Andere wie FDP und AfD wollen es beseitigen. Alleine in einer Koalition mit den Grünen besteht eine Chance, die ursprüngliche Funktion des EEG als Wegbereiter der Erneuerbaren wieder herzustellen.

Fazit: Was tun! Für eine erfolgreiche Solarisierung auf Basis eines ehrlichen EEG brauchen wir den Schulterschluss und den Willen aller Akteure – auch in den Parteien. So kam das EEG damals zustande, und so lässt es sich auch heute wieder zum Guten wenden. 

Hintergrund/links

Termine

 

Buchtipp:

 

Patenschaft:

Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) www.dgs.de


 
08.09.2017

Energiewende bietet Vorreiterrolle!

8/24 Faktencheck zum Themenblock 2 „Chancen der Energiewende“ 

fake: Deutschland leistet enorme Anstrengungen für die (nationale) Energiewende.  

Fakt: „Enorme Anstrengungen“ leisteten vor allem die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag bei der Energiepolitik: Sie bremsten den Umbau des Energiesystems auf Erneuerbare Energien mit planwirtschaftlichen Methoden - wie zu niedrigen Ausbaudeckeln und fehlwirkenden Ausschreibungen - massiv aus.  

Viele Jahre war Deutschland mit dem EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) Energiewende-Exportweltmeister. Doch nicht nur rechtlich hat Deutschland die „Rolle rückwärts“ bei der Energiewende vollzogen. Deutschland hat auch seine Vorreiterrolle bei technischen Innovationen und Knowhow im energetischen Dienstleistungssektor zugunsten traditioneller, nicht zukunftsfähiger Energiepolitik geopfert. Mit dieser „Rolle rückwärts“ bei der Energiewende könnte Deutschland – negativ - in die „Energie-Geschichtsbücher“ eingehen. 

Fazit: Was tun! Unsere Kandidaten*innen für den Bundestagswahlkampf, insbesondere der GroKo, müssen von uns Wählern*innen  auf ihre Verantwortung an dieser Entwicklung aufmerksam gemacht werden. Wir können dabei auf die Erfahrungen seit 1990 aufbauen. Viele interessierte Bürger*innen, Ingenieur*innen und Stadtwerke stehen längst in den Startlöchern. Wir alle werben für eine beherzte Energiewende, gespannt wartend auf grünes Licht der Politiker!

Hintergrund/links 

Patenschaft:

Die Freunde von Prokon e.V. (FvP) www.freunde-von-prokon.de


 
07.09.2017

Energiewende schafft regionale Wertschöpfung!

7/24 Faktencheck zum Themenblock 2 „Chancen der Energiewende“ 

fake: Die Energieversorgung gehört in die Hände zentral wirtschaftender großer Konzerne..

Fakt: „Weiter so“ bedeutet zentrale Strukturen und lässt Bürger*innen außen vor. 

Energiewende mit BürgerEnergiE schafft Bürgernähe und ist regionale Wirtschaftsförderung mit Wertschöpfung von Anfang an - durch die Planung, den Bau, den Betrieb und die  Pflege/Wartung der Anlagen zur Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen. Hinzu kommen kalkulierbare Preise sowie weniger Luft-Schadstoffe und geringeres Risiko für die Region. Kurze Wege mit regionalem Verbrauch und Vermarktung schaffen Verbundenheit und verhindern Transportverluste.

Fazit: Was tun! Augen und Ohren offen halten, sich erkundigen nach erneuerbare-Energie-Projekten von Genossenschaften u. a. Bürgerenergie-Vereinigungen, mitmachen und dabei auch von „Energie-Pionieren“ lernen. Energie zu 100% erneuerbar erzeugen, regional vermarkten und verbrauchen.  

Hintergrund/links 

 

Termine 

  • 7.9.2017 bundesweiter Filmstart Al Gore-Folgefilm „Eine noch immer unbequeme Wahrheit“  www.filmstarts.de/kritiken/252419.html 

  • 8.9.2017 um 19 Uhr im Stadtteilzentrum Wiki, Westkotter Str. 198 in Wuppertal-Wichlinghausen: Lesung mit dem Friedensforscher Andres Ginestet aus dem Buch Pax, eine Möglichkeit zum Frieden www.wuppertal-live.de eine Veranstaltung im Rahmen von Wuppertal 24 Stunden live (von Freitag, 8.9., 15 Uhr bis Samstag 9.9., 15 Uhr).  

  • 11.9.2017 von 18:30-21:00 Uhr: "Dialog Werkstatt „Energiegewinnung im Rheinischen Revier" Die Energieliga lädt ein energieliga.blogspot.de/2017/09/workshop-energiegewinnung-im.html 

 

Patenschaft:

Freunde von Prokon e.V. (FvP) www.freunde-von-prokon.de

Solarförderverein e.V. (SFV)  www.sfv.de 

Bündnis BürgerEnergie e.V. (BBEn) www.buendnis-buergerenergie.de,  

EnergiE zum Leben, auch in W-Nord (E-W-Nord)  www.w-nord.de 


 
06.09.2017

Energiewende schafft zukunftsfähige Arbeitsplätze!



6/24 Faktencheck zum Themenblock 2 „Chancen der Energiewende“ 

fake: Der Umstieg von fossil auf erneuerbar kostet Arbeitsplätze.

Fakt: Durch den Umstieg von fossiler Energie auf erneuerbare Energie fallen sicher nicht alle bisherigen Arbeitsplätze einfach weg. Auch die Erneuerbaren brauchen Anlagen-Wartung/Pflege, Vertrieb und Verwaltung. Der Umstieg wird auch mit Umschulungen verbunden sein. Zudem schafft der Umstieg neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze.

Fazit: Stellen wir uns den Herausforderungen – mit Mut zur Zukunft und nutzen die damit verbundenen Chancen für ein gutes Leben! 

Hintergrund/Links

Patenschaft:

Die Freunde von Prokon e.V. (FvP) www.freunde-von-prokon.de

EnergiE zum Leben, auch in W-Nord (E-W-Nord)  www.w-nord.de


 
05.09.2017

Energiewende ermöglicht gutes Leben für alle!

5/24 Faktencheck zum Themenblock 2 „Chancen der Energiewende“

fake: Ein „gutes Leben für alle Menschen“ bietet nur ein ungebremster Ausbau unserer Industrie.

Fakt: Längerfristig bietet die Energiewende Zukunfts-Perspektive mit enormen Chancen, auch als Wirtschaftsstandort. Die Energiewende bietet zudem die einmalige Chance, dem von Menschen gemachten Klimawandel – hoffentlich noch rechtzeitig – zu begegnen und allen Menschen eine lebenswerte Zukunft zu schaffen – mit der Bewahrung von gesunden Lebensräumen und Artenvielfalt. Die Sonne schickt uns ein Vielfaches der EnergiE, die wir tatsächlich verbrauchen. Rohstoffkosten gehören der Vergangenheit an. Kriege um Ressourcen werden obsolet..,

Fazit: Stellen wir uns doch den Herausforderungen – mit Mut zur Zukunft und nutzen die damit verbundenen Chancen!

 

Patenschaft:

Die Freunde von Prokon e.V. (FvP) www.freunde-von-prokon.de,

EnergiE zum Leben, auch in W-Nord (E-W-Nord) www.w-nord.de



 
04.09.2017

Klimawandel nebst Folgen bewegt die Menschen

 

4/24 Faktencheck zum Themenblock 1 „Herausforderung Klimawandel“

fake: Klima-Wandel, -Schutz und -Anpassung sind keine Themen der Bundestagswahl 2017 …

Fakt: Eine Studie des Peer-Review-Center belegt: In Deutschland hält eine Mehrheit den Klimawandel für ein sehr ernstes Problem (55 Prozent), und eine sehr starke Mehrheit spricht sich für Klimaschutz im Rahmen des Paris-Abkommens aus (87 Prozent).

Lt. aktueller Emnid-Umfrage ist die Mehrheit der Bürger in NRW für eine beschleunigte Energie-wende. „Das Umfrageergebnis ist ein deutlicher Beleg dafür, dass die Energiewende weiterhin vom Großteil der Bürgerinnen und Bürger hochgradig akzeptiert und nachdrücklich gewollt ist.“ kommentierte Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW, die Ergebnisse der Umfrage.

Fazit: Was tun! „Zugleich ist es eine Mahnung an jene politischen Vertreter und Parteien, die die Energiewende ausbremsen oder gar zurückdrehen wollen“, ebenfalls Jan Dobertin, LEE NRW. Warum Klima-Wandel, -Schutz und –Anpassung keine Themen der BT-Wahl sein soll(t)en, ist ebenso wenig nachvollziehbar wie dass wichtige Themen beim gestrigen – einzigen – Kanzlerkandidat*innen-TV-Duell nicht zur Sprache kamen!
Analyse zum TV-Duell vom 3.9.2017 https://www.shz.de/deutschland-welt/bundestagswahl/groko-talk-statt-echter-hilfe-zur-wahlentscheidung-id17737431.html

 

Hintergrund/links


Termine


Patenschaft:

Bündnis BürgerEnergie e.V. (BBEn) www.buendnis-buergerenergie.de

EnergiE zum Leben, auch in W-Nord (E-W-Nord) www.w-nord.de


 
03.09.2017

Fair handeln – geht auch bei Energie!


copyright: sfv / mester

3/24 Faktencheck zum Themenblock 1 „Herausforderung Klimawandel“

fake: Leugnen dieser Aussage oder abwehren, weil zu teuer und nicht machbar.

Fakt: Erderwärmung und in der Folge Wasserspiegel steigen unaufhaltsam und immer schneller. Starkwetterereignisse und Schäden häufen sich und treffen uns mit voller Macht! Was tun?

Fazit: Umsteuern ist möglich, wenn politisch gewollt und Subventionen von fossil in erneuerbar umgelenkt werden! Eigentlich einfach: „Fair zu Natur, Kunden und Lieferanten“ (Vandana Shiva*/link)
„An der Welt weiter bedienen - ist out, Mensch/Mitwelt, Stille, saubere Luft… wertschätzen, viel besser!“

 

Hintergrund/links


Termine


Patenschaft:

Bündnis BürgerEnergie e.V. (BBEn) www.buendnis-buergerenergie.de,

EnergiE zum Leben, auch in W-Nord (E-W-Nord) www.w-nord.de

 


 
02.09.2017

Handeln nutzt uns allen!

2/24 Faktencheck zum Themenblock 1 „Herausforderung Klimawandel“

fake: Wirtschaftswachstum sichert Wohlstand und Vollbeschäftigung ….

Fakt: Eine der Kernaussagen des Stern-Report ist: Nicht handeln wird teurer! Der Club of Rome sagte bereits 1972 die Grenzen des Wachstums voraus. Jahrzehnte später – im Jahr 2017 – bleibt das Ziel der Weltwirtschaft grenzenloses Wachstum und blendet übermäßige Belastungen für Mensch/Mitwelt sowie maßlosen Ressourcenverbrauch weiter aus.

FAZIT: Was tun! Bis heute wird nicht beziffert, wie viel höhere Kosten uns zur Bekämpfung von Klimafolgen-Aufwand erwarten. Dabei könnten bundesweit Datenbanken zur Ermittlung belastbarer Entscheidungsgrundlagen genutzt werden, um Politik zukünftig daran auszurichten.

Hintergrund/Links

Termine:

Patenschaft:

Bündnis BürgerEnergie e.V. (BBEn) www.buendnis-buergerenergie.de,

EnergiE zum Leben, auch in W-Nord (E-W-Nord) www.w-nord.de


 
01.09.2017

Klimawandel gibt es!


copyright: sfv / mester

1/24 Faktencheck zum Themenblock 1 „Herausforderung Klimawandel“

fake: Leugnen des Klimawandels – trotz immer häufigerer Unwetter-Katastrophen, weltweit.
Den Klimawandel als nur eine unter vielen Herausforderungen zu benennen anstatt im Kontext.

Fakt: Der Klimawandel bedroht das Leben von Mensch und Mitwelt. Die wichtigste politische Aufgabe sollte deshalb die Bekämpfung der Ursachen und Beschleunigung der Energiewende sein – hin zu „100% dezentral erneuerbar, schnellstmöglich“.

FAZIT: Was tun! Limitierender Faktor sind maßgeblich die planetaren Grenzen, unsere Mitwelt und das Universum. Achten wir diese, lösen wir andere wichtige Herausforderungen wie z.B. Weltfrieden und ausreichende Versorgung mit Wasser, Nahrung Energie gleich mit!

Hintergrund/links

Termine:

Patenschaft:

Bündnis BürgerEnergie e.V. (BBEn) www.buendnis-buergerenergie.de,

EnergiE zum Leben, auch in W-Nord (E-W-Nord) www.w-nord.de


 
01.09.2017

Faktencheck zur Bundestags-Wahl

Bald ist Bundestagswahl 2017: Noch 24 Tage. Zeit genug, wichtige Aspekte der Energie-Politik zu hinterfragen: 24-mal „fake oder Fakt?“ „falsch oder wahr?“ Strukturell orientieren wir uns an den gemeinsamen Wahlprüfsteinen des EE-Runden-Tischs, die von den Parteien beantwortet wurden.

Erneuerbare Energien (EE)-Organisationen-übergreifende energiepolitische Wahlprüfsteine aus Juni 2017 nebst Antworten und Analyse:

http://www.sfv.de/artikel/antworten_der_parteien_auf_die_energiepolitischen_wahlpruefsteine_zur_bundestags.htm#toc00

Auch hier die wichtigsten Thesen aus den Wahlprogrammen der großen Parteien zur Energiepolitik und EE-Aktionen:

https://www.freunde-von-prokon.de/verein/agoe1

https://www.haustec.de/management/enev-und-eeg-abschaffen-was-die-parteien-nach-der-bundestagswahl-planen


 
22.04.2017

In welche Hände gehört die Energieversorgung?

Die Energieversorgung ist ein riesiges gesellschaftliches Unterfangen einer Vielzahl von Akteuren, von kleinen ProduzentInnen von Energie bis zu großräumigen Netzbetreibern. Zunehmend wird auch die Rolle von Menschen und Unternehmen, die Energie speichern, wichtiger. Die Energieversorgung befindet sich in einem großen Umbruch durch die Erneuerbaren sauberen Energien und dem bevorstehenden Ende der schmutzigen Energien, den anstehenden Veränderungen in der Mobilität durch selbststeuernde Autos und den innovativen Technologien zum Erhalt warmer Wohnungen.

In wessen Händen wird diese neue Energieversorgung liegen? Wird es in den Händen weniger Personen liegen, die die Unternehmen beherrschen? Dazu gehört eine zentralistische Struktur, für die große Finanzmassen eingesetzt werden können. Auch wir BürgerInnen verfügen zusammen über große finanzielle Möglichkeiten. Wir sollen aber unser Geld über die Banken in Hedgefonds und Aktien einbringen, so dass die Großunternehmen das Kapital für große Konzepte zur Verfügung haben. Das Kleinanlegerschutzgesetz behindert enorm, dass Genossenschaften und andere Bürgergesellschaften Kapital einsammeln und sich im Energiemarkt und anderswo wirtschaftlich beteiligen. Das Kleinanlegerschutzgesetz ist in seiner realen Auswirkung ein Bankenförderungs- und Bürgerbeteiligungsverhinderungsgesetz.

Die zentralistische Energieversorgung ist klimafeindlich, weil sie den Ausbau der sauberen erneuerbaren Energien verhindert und noch möglichst lange die atomaren und fossilen Großkraftwerke laufen lassen will. Und in der Zeit bis zum unausweichlichen Ende dieser Energieträger sollen die BürgerInnen, die Wind-, Solar- und Bioenergie nach vorn gebracht haben, aus dem Markt gedrängt werden. Die Entwicklung von Selbstversorgung mit Energie, wie z.B. Mieterstrom, wird durch komplizierte Bürokratie enorm behindert. An wirklichen Energiesparkonzepten besteht kein Interesse, da nur die verkaufte Energie profitabel ist. Überall sind in den energieversorgungsrelevanten Gesetzen Hindernisse für die schnellstmögliche Entwicklung einer dezentralen, bürgernahen und sozialen Energieversorgung mit sauberen Energien eingebaut.

Sehen wir dieser Entwicklung zu Lasten des Klimas und der Bevölkerung tatenlos zu? Oder entdecken wir unsere Kraft als Bürgerenergiebewegung für eine dezentrale Energieversorgung, die in den Händen der BürgerInnen zu liegen hat und von den finanzkräftigeren MitbürgerInnen unter Berücksichtigung des Gemeinwohls finanziert wird? Unzählige Modellprojekte und Ideen, wie die Bürgerenergiewende zu gestalten sind, liegen schon vor. Die Initiative für das Bremer Manifest vom Bündnis Bürgerenergie stärkt das Gemeinschaftsbewusstsein als Grundlage für ein gemeinsames Handeln der Bürgerenergieakteure. 

Passend zum Thema: Studie mit Grundlagenforschung zu den positiven Effekten der Bürgerenergie

Das Fazit der vom Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES) mit Finanzierung von BBEn und Greenpeace Energy vorgestellten Studie lautet: Energie-Projekte in Bürgerhand stärken die lokale Wertschöpfung mit Milliarden-Investitionen und bringen vor Ort vielfältigen gesellschaftlichen Nutzen.

https://www.buendnis-buergerenergie.de/aktuelles/news/?newsid=80&cHash=e8d1f042956edc5393669c7e87aea60a


 
18.04.2017

Die Unterstützenden der Bürgerenergie sind eine starke Gemeinschaft

Unter den 80 Mio. Bundesbürgern setzen sich einige Millionen Menschen mit der Energiepolitik, dem Klimawandel und seinen weltweiten sozialen und ökologischen Folgen bewusst auseinander. Wir im Bündnis Bürgerenergie gehören dazu. Wir sind Mitglieder von Energiegenossenschaften, wir kaufen „grünen Strom“, achten auf Energiesparen und suchen sinnvolle Geldanlagen, bei denen die Gewinne nicht das wichtigste sind. Viele von uns arbeiten als TechnikerInnen, als IngenieurInnen, als WissenschaftlerInnen, als kommunale BeamtInnen, als ManagerInnen und nicht zuletzt als ehrenamtlich Engagierte an einer dezentralen und sozialen Energieversorgung. So engagieren wir uns auf vielfältige Weise für eine wirkliche Energiewende. Wir wissen auch mehr oder weniger Bescheid um die katastrophalen Folgen des neuen EEG. Aber noch werden unsere Ziele in der lauten Propaganda von den Zentralisten übertönt. Die Konzerne und die Bundesregierung verfolgen eine zentralistische Energiepolitik.

Diejenigen, die 100% Erneuerbare Energien so schnell wie möglich wollen, sind jetzt schon eine starke Gemeinschaft. Wenn uns dies bewusst wird und wir gemeinsam handeln, können wir die Fakten der Energiepolitik ans Licht bringen. Viele Lügen werden zwar aus Gleichgültigkeit hingenommen. Dies gilt jedoch nicht für die Mehrheit der BürgerInnen in der wichtigen Überlebensfrage wie dem Klimawandel. Viele Menschen werden aufhorchen, wenn die Tatsachen bekannt werden. Dann werden sie sich auch für die Kreativität der Bürgerenergiebewegung zur Lösung der Energiefragen interessieren und bewusster Teil dieser Gemeinschaft werden.

Wir wollen uns nicht zersplittern und gegeneinander ausspielen lassen. Das Bremer Manifest bietet unabhängig von den noch bestehenden Differenzen in Detailfragen die Minimalplattform, dass sich Tausende oder gar Millionen von Menschen als Gemeinschaft für Bürgerenergie zu erkennen geben. Für alle sichtbar äußern wir uns: Wir wollen 100% Erneuerbare Energien so schnell wie möglich.“ Nur – wir alle müssen es auch tun. Das Bündnis Bürgerenergie hat mit seiner Gründung den Anfang für den Zusammenhalt gemacht. Das Bremer Manifest ist ein weiterer Schritt. Jeder Unterzeichner lebt diese Gemeinschaft und macht zwei oder mehr weitere UnterstützerInnen darauf aufmerksam. „Aus eins und eins werden viele.“ Auf diese Kraft der Bürgerenergiewende bauen wir.

Passend zum Thema: Prosumern gehört die Zukunft

Der Bericht "Bürgerenergie - heute und morgen", den das Bündnis Bürgerenergie kürzlich veröffentlicht hat, zeigt: den Prosumern gehört die Zukunft

https://www.buendnis-buergerenergie.de/bericht-buergerenergie-heute-und-morgen/


 
09.04.2017

Lüge und Wahrheit in der Energiepolitik?

Das menschliche Gehirn ist dafür da, seinem Träger ein möglichst korrektes Bild der Realität zu erstellen, damit er oder sie sich optimal im Umfeld orientieren können. Deshalb lehnen alle Menschen es „aus hirntechnischen Gründen“ ab, belogen zu werden. Das hat erst einmal mit Moral gar nichts zu tun, sondern es ist eine Überlebensnotwendigkeit, nicht auf Lügen, d.h. auf Falschinformationen hereinzufallen. Deshalb kann ein Politiker, der offiziell beim Lügen erwischt wird, seine Karriere bis auf weiteres an den Nagel hängen.

Die Lüge wird genutzt, um persönliche Vorteile gegenüber anderen zu erzielen. Manchmal belügen wir uns sogar selbst, wird gesagt. Das ist aber „hirntechnisch“ nicht möglich, sich selbst bewusst zu lügen. Man muss schon an seinen Selbstbetrug auch glauben, und das ist keine Lüge. Die Lüge ist also das bewusste planmäßige Vortäuschen „falscher Tatsachen“, um andere Menschen für eigene Zwecke auszunutzen. Manchmal mag dies sogar notwendig sein, um sich zu schützen. Wo gelogen wird, gibt es keine Gemeinsamkeit.

Die Bundesregierung hat mit dem neuen EEG erklärt, dass sie die Energiewende voranbringen will. Tatsache ist aber, dass sie den Ausbau der Erneuerbaren Energien drastisch beschneidet und viele rechtliche Hindernisse aufbaut gegen eine dezentrale Energieversorgung mit intelligenten Speicherungs- und Leitungssystemen. Sie will, dass die großen Konzerne Maximalprofite aus einer zentralistischen Energieversorgung ziehen mit großen Produktions-, Verteilungs- und Speicherungsanlagen, die den Einsatz von großem Kapital z.B. aus Hedgefonds erfordern. Die Erneuerbaren Energien sollen erst dann richtig zum Zuge kommen, wenn dieser Umbau sichergestellt ist. Bis dahin soll die Bürgerenergiebewegung, die die Entwicklung der Erneuerbaren Energien überhaupt ermöglicht hat, soweit geschrumpft sein, dass die Erneuerbaren Energien weitgehend in den Händen der Konzerne gelangen. Dieses Vorgehen ist für das Klima eine Katastrophe und darüber hinaus unsozial, da die zentralistischen Energieversorgung uns teuer zu stehen kommen wird.

Die große Mehrheit der Bürger ist in Sorge um das Klima und will die Energiewende so schnell wie möglich, erwartet aber zu Recht, dass sie auch sozial ist.

Wir Bürger verfügen über das Wissen, über das Geld und über das Engagement, eine dezentrale Energieversorgung zu realisieren. Um diese Alternative gegen die zentralistischen Pläne durchzusetzen, organisieren wir praktische Schritte und vernetzen uns weiter. Erfolgreiches gemeinsames Handeln ist zugleich auch Lebensfreude.

Wolfgang Siegel, Vorsitzender Die Freunde von PROKON e.V.


 
12.03.2017

Einladung zur Mitgliederversammlung des Bündnis Bürgerenergie am 24.03.2017 in Bremen

Am 24.03.2017 findet im Gewerkschaftshaus Bremen (Bahnhofsplatz 22) die Mitgliederversammlung des Bündnis Bürgerenergie statt. Von 14 bis 18 Uhr ist viel Zeit für Berichte, Aussprachen und Wahlen in die Gremien des Bündnisses.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung lädt das Bündnis Bürgerenergie mit einem breiten lokalen Bündnis zu einem Abend rund um die Bürgerenergiewende. Um 18 Uhr beginnt die Veranstaltung mit einem Markt der Möglichkeiten, auf dem die BesucherInnen mit Bürgerenergie-Organisationen aus der Region in Kontakt treten können. Von 18:30 bis 19:30 geht ein rasanter Klima Slam über die Bühne, in dem eingeladene WissenschaftlerInnen ihre Forschungen zum Klimawandel und zur Energiewende prägnant, verständlich und unterhaltsam vorstellen. Das Publikum bewertet die Vorträge und kürt so den Slammer des Abends.

Um 20 Uhr beginnt die Podiumsdiskussion zum Thema "Energiewende selber machen - Für das Recht auf Bürgerenergie!". Für viele BürgerInnen bietet die Bürgerenergie eine große Chance zur Teilhabe an der Energiewende im Rahmen von regionalen Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften. Doch die Möglichkeit von BürgerInnen zu dieser Teilhabe gerät durch zahlreiche neue Gesetze immer stärker in Gefahr. Auf dem Podium soll über die Dynamik der Bürgerenergie-Bewegung und die Politik in Bund und Ländern als Unterstützer und Rahmengeber der Energiewende diskutiert werden. Wie muss sich die Bürgerenergie-Szene organisieren, um politische Veränderungen anzustoßen? Wie können die Aktiven der Bürgerenergie und PolitikerInnen gemeinsam eine dezentrale Neugestaltung der Ökonomie voranbringen? Wie setzen wir ein Recht auf Bürgerenergie durch? Diskutieren werden Julia Verlinden, energiepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Eva Bulling-Schröter, energiepolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, Sarah Ryglewski, Bremer SPD-Bundestagsabgeordnete, Michael Sladek, Schönauer Stromrebell der ersten Stunde, und Malte Zieher, Initiator des Bremer SolidarStrom und des Bremer Manifests.


 
11.03.2017

Malte Zieher: "Die Bürgerenergie als Beitrag für eine demokratische und solidarische Ökonomie"


Die Energiewende ist nicht nur ökologisch notwendig, sondern kann auch ein wichtiger Beitrag für eine demokratische und solidarische Ökonomie sein. Wenn aus motivierten, dezentralen Communities Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften entstehen, ist die Energiewende ein Impulsgeber für die ebenso notwendige Wirtschaftswende. Und das Tolle ist: Die Bürgerenergie ist ein absolutes Erfolgsmodell! Zu sehen, wie viel Kraft viele Bürgerinnen und Bürger dabei jeden Tag ehrenamtlich und professionell in Bürgerenergieprojekte stecken, ist eine große Motivation und ein großer Antrieb für mich.

Das Bremer Manifest unterstütze ich in der Hoffnung, dass für diese engagierten Bürgerinnen und Bürger rund um das Bremer Manifest und das Bündnis Bürgerenergie eine Plattform zum Austausch und zur Vernetzung entsteht. Wir müssen aus den vielen Ideen, die die Menschen in den Regionen haben, die bestehenden Modelle für die Bürgerenergie weiter entwickeln und ganz neue Modelle ersinnen.

Daneben ist das Bremer Manifest eine Gegenstimme zur Lobby der zentralistischen fossilen Konzernwirtschaft und kann auf diese Weise dazu beitragen, sichtbar zu machen, auf welcher starken Basis die Bürgerenergie in allen Regionen fußt. Wenn es uns gelingt, diese Stimme lauter erklingen zu lassen und vielen Menschen neue Ideen zu geben, dann können wir neue Motivation und neuen Auftrieb für die Bürgerenergie-Bewegung entfachen.

Malte Zieher, Energiebürger


 
05.03.2017

Die Story zu unserem Logo


Wir fühlen uns mit den Bremer Stadtmusikanten sehr verbunden. Wir Bürgerinnen und Bürger haben die erneuerbaren Energien mit unglaublichem Erfolg vorangetrieben - als Menschen, die an verschiedenen Stellen Zeit und/oder Geld investiert haben. Jetzt glauben Menschen in der Politik und in Energiekonzernen, dass sie uns gegeneinander ausspielen und mit komplizierten Gesetzen verwirren können. Sie wollen uns scheinbar einzeln ausschalten. Ein ähnliches Schicksal drohte auch den Bremer Stadtmusikanten,nachdem sie ihren Herren nicht mehr nützlich erschienen.

Doch genauso wie die Tiere in der Fabel, die den Menschen ja ein Vorbild sein sollen, schließen wir uns zusammen. Wir gehen unseren Weg gemeinsam in eine lebenswerte Zukunft. Die Bremer Stadtmusikanten haben mit Intelligenz und Zusammenarbeit die Räuber aus dem Haus gejagt. Wir vertreiben die Gedanken des Maximalprofits aus dem Haus der Energie. Wir haben schon begonnen, es entsprechend den Bedürfnissen der ganzen Gesellschaft nach einer sicheren, preiswerten und demokratischen Energieversorgung zu gestalten. Wie die Bremer Stadtmusikanten leben wir als Freunde der Bürgerenergie fröhlich und mit Musik und Kultur in unsere energetische Zukunft hinein, zusammen mit allen am Gemeinwohl orientierten Menschen. Wir danken dem unbekannten Erfinder dieser schönen und lehrreichen Fabel mit unserem Logo.


 
21.02.2017

Petra Franz: "Energiewende im Sinne des Gemeinwohls"

Bereits als Jugendliche beschloss ich, meinen Beruf im Bereich der Erneuerbaren Energien zu suchen. Ich sehe sie als eine mögliche Antwort, wie wir uns mit Wärme, Strom und Treibstoff versorgen können, ohne dafür Ökosysteme weiter zu zerstören oder zu gefährden. 2001 fand ich als Diplom-Physikerin den beruflichen Einstieg in die Branche. Photovoltaik ist seitdem mein Schwerpunkt.

Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen will ich mich jetzt mit Menschen verbünden, um gemeinsam die Rahmenbedingungen für eine Energiewende zu 100% Erneuerbaren Energien zu erarbeiten. Das Bremer Manifest stellt keine Forderungen an andere. Die Stichworte, die mich in dem Text ansprechen: dezentral, demokratisch, Eigenverantwortung, Gemeinschaft. Das ist das, was Bürgerenergie für mich ausmacht. Wir machen unsere Energiewende selbst! Dieser Vision schließe ich mich gerne an und so arbeite ich seit September 2016 im Arbeitskreis zum Bremer Manifest mit.

Auch wenn in dem Manifest das Stichwort "Ökologie" fehlt, will ich die ökologischen Fragen unbedingt mitdenken. Viele Ökosysteme sind aktuell gefährdet. Wenn sie zusammenbrechen, kann das nicht nur Einfluss auf die Menschen haben, die dort leben. Wir leben alle auf diesem einen Planeten, der im Moment noch so unglaublich viel zu bieten hat, auch wenn viele Arten bereits ausgestorben sind und aktuell weiter aussterben. Wenn wir den (noch) vorhandenen Reichtum erkennen und unsere Bedürfnisse begreifen, dann ist genug für alle da – in jederlei Hinsicht! Dann finden wir auch Alternativen zu Rohstoffen wie z.B. Lithium, deren Abbau neue ökologische Probleme verursacht.

Ich suche den Dialog. Daher ist mein Hauptanliegen in dem Arbeitskreis, die Internetseite möglichst bald interaktiv zu gestalten, um mit allen, die daran Interesse haben, in den Austausch zu kommen. Dezentral und an dem Ort, wo wir gerade durch das Internet miteinander verbunden sind. Lasst uns die Energiewende gemeinsam so gestalten, dass wir alle davon profitieren können. Technisch gibt es schon jetzt jede Menge Lösungen und ich bin mir sicher, dass die Menschheit auch Antworten auf die noch offenen Fragen finden kann. Zeitnah und im Sinne des Gemeinwohls: ökonomisch, sozial und ökologisch!

Petra Franz, Energiebürgerin und #nachhaltig #unterwegs


 
13.02.2017

Beate Petersen: "100% Erneuerbare Energien so bald wie möglich, da nicht handeln teu(r)er wird!“


Energiepolitik ist auch Wirtschaftspolitik. Es gilt, (wieder) verantwortungsvoll zu handeln, weil es uns Menschen, unserer Mitwelt und unserer Erde gut tut!

„Wirtschaft ist Wachstum“ - wirklich? So sagt und lehrt man jedenfalls immer noch. Ethisch ist dies nicht, denn es geht auf Kosten anderer. Warum sollen nur wenige Menschen gut leben und andere dafür auf lebensnotwendige Ressourcen verzichten müssen?

Machen wir uns unseres ökologischen Fußabdrucks bewusst, der als moralischer Rucksack noch schwerer wiegen müsste! Da handle ich doch lieber und zeige stattdessen meinen ökologischen Handabdruck. ;-)  
BürgerEnergiE, Bioland-Anbau, Gemeinwohl-Ökonomie… – dies sind Bewegungen, die aus bürgerschaftlichem Engagement entstanden sind, weil Bürger*innen nicht mehr warten, sondern starten – und mutig handeln. Für uns alle!

Mit Glück fängt auch Politik vermehrt solche Samen des Wandels auf und verabschiedet sich endlich vom „Weiter so!“. Nur auf Technik zu vertrauen, heißt: nur Symptome lindern, nicht aber Ursachen heilen! Mit gutem Gewissen maßvoll wirtschaften – DAS ist echter Gewinn!

BürgerEnergiE ist Teil der regionalen – ökologisch-sozialen - Wirtschaft, die echte Wertschöpfung in der Region hält und auskömmliche Arbeitsplätze schafft. Damit bleiben Gewinne, verlässliche Steuereinnahmen und Teilhabe in der Region. Steuern werden dort gezahlt, wo Energie erzeugt und Umsätze erzielt werden. Sonst fehlt vor Ort weiterhin das Geld, um Bildung, Infrastruktur etc. zu bezahlen, wovon wir doch alle profitieren! Gemeinsam das Gemeinwohl mehren ist etwas vollkommen anderes als die heute - egal auf wessen Kosten - übliche grenzenlose Gewinnmaximierung.

„Grenzen des Wachstums“ – eine Forderung, die fast ein halbes Jahrhundert alt ist. Etwas jünger, aber ebenso bekannt ist der „Stern-Report“ mit der Kern-Aussage, dass frühzeitiges - klimaschützendes - Handeln im Ergebnis zwar kostet, dies aber deutlich weniger sein wird als (zu) spät oder nicht zu handeln. Klimaschäden und Folgen sind bezifferbar - dies sollte Entscheidungsträger lenken, nicht die Lobbyisten!

Zusammenhänge erkennen ist wichtig, Handeln für den Wandel lohnt und sinnhaftes Tun macht Freude - davon bin ich überzeugt!

Die Energiewende ist eine zukunftsfähige VISION Vieler, die Energie einsparen, effizient nutzen und vielfältig handeln – auch mit der eigenen Solaranlage und/oder der Beteiligung an Bürgerenergieprojekten, die nur gemeinsam umgesetzt werden können… Starten statt warten – DAS geht auch mit kleinen Beiträgen, wenn wir es als UNSER gemeinsames Ziel definieren und wirklich vernetzt umsetzen (wollen).

BürgerEnergiE ist sozial, weil wir JETZT in den Umbau unseres Energiesystems investieren, um ZUKÜNFTIG weder Rohstoffkosten noch teure Energie-Importe bezahlen zu müssen.  SONNE ist unsere Energiequelle. Sie scheint schon heute überall und schickt uns dafür – angelehnt an den Energie-Pionier Franz Alt - keine Rechnung… Dezentral erneuerbar - diese Energieversorgung geht nur MIT den Bürger*innen, nicht gegen sie. Mit BürgerEnergiE investieren wir in UNSERE Zukunft: Unabhängigkeit und Preisstabilität sind unbezahlbar und Friedensstifter!

Beate Petersen, Diplom-Finanzwirtin, engagiert auch in Gemeinwohl-Ökonomie und BürgerEnergie – dezentral erneuerbar & bürgernah!


 
25.01.2017

Wolfgang Siegel: "Das Bremer Manifest und meine Vision"


Es gibt nur eine Erde, die allen gehört, die auf ihr leben. Lernen, in Verbundenheit zu handeln, das ist die größte Herausforderung meines Lebens.

In Bremen ist die Vision in unserer Gruppe engagierter Bürger aus dem ganzen Bundesgebiet lebendig geworden, dass die Energieversorgung in die Hände der Menschen gehört, die von einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung abhängig sind. Sie, die Leserin und der Leser gehören auch dazu. Außerdem sind wir alle auf eine lebenswerte Umwelt und einen Stopp des Klimawandels angewiesen. Deshalb brauchen wir, ob arm oder reich, 100% erneuerbare Energien mit intelligenten Speicherungen und Leitungssystemen so schnell wie möglich.

Wir müssen zusammenhalten, wenn wir dieses große übergeordnete Ziel erreichen wollen, auch wenn wir bei einzelnen Themen unterschiedliche Auffassungen haben. Gemeinsam haben wir die Kraft, uns gegen die großen Energiekonzerne, die der politischen Führung unseres Landes ihr Konzept diktieren, durchzusetzen. Diese wollen eine zentralistische Versorgung mit großen Kraftwerken, um dort ihr enormes Kapital maximal gewinnbringend zu Lasten des Gemeinwohls einzusetzen. Die Profite aus dem von uns, den Steuerzahlern, subventionierten Kohle- und Atomstrom sollen solange wie möglich fließen. Später wollen sie allein die Erneuerbaren in der Hand halten. Monopolprofite im Energiesektor stehen für sie in Aussicht, die von uns Bürgern teuer bezahlt werden. Dr. Axel Berg hat dies für jedermann und jede Frau sehr gut nachvollziehbar, wie ich finde, erklärt.

Bei meiner Initiative zur Rettung von Prokon hatte ich die Vision: Wenn wir, die Geldgeber der alten Prokon, zusammenhalten, können wir dieses bedeutende Unternehmen der Windenergie für die Bürgerenergiebewegung erhalten. Der erste Schritt dahin ist gelungen: Prokon fiel nicht in die Hände eines großen Energiekonzerns. Dieser hat Millionen von Euro dafür eingesetzt, um Prokon übernehmen zu können. Aber die Überzeugung für die Bürgerenergie war stärker als die Millionen des Konzerns.

Ich bringe in die Bewegung für das Bremer Manifest diese Erfahrungen ein. Lasst uns das Gegeneinander, das leicht in vielen Detailfragen entstehen kann, in ein Miteinander verwandeln für dieses entscheidende gesellschaftliche Projekt einer demokratischen dezentralen Versorgung mit Erneuerbaren Energien. Die Tatsache, dass wir alle miteinander verbunden sind und aufeinander angewiesen und von der Sonne abhängig sind, entfaltet ihre Kraft für den Aufbau einer sozialen und ökologischen Energieversorgung der Zukunft.

Wolfgang Siegel, Vorsitzender Die Freunde von PROKON e.V.


 
24.01.2017

Horst Leithoff: "Neujahrsgrüße aus dem Norden"


Ich lebe in einer Region, die so gut wie keine Bodenschätze hat, die wenig Industrie beheimatet und im Wesentlichen von einer schlecht verdienenden Primärlandwirtschaft geprägt ist. Andererseits haben wir gute Windverhältnisse, 1.000 Sonnenstunden, ehrliche Menschen und gute Traditionen. Hier oben im Norden haben wir für uns beschlossen, dass wir Wind und Sonne ernten wollen. Das betrachten wir als unsere Chance, Wertschöpfung in unser Land zu holen. Viele unserer WindmüllerInnen haben erkannt, dass ihnen der Wind nicht allein gehört. Deshalb wollen wir in unseren Projekten echte Teilhabe ermöglichen.

Projekte konnten im Norden bislang wegen der guten Windhöffigkeit – so nennt man das, wenn der Wind gute Erträge der Windkraftanlagen erwarten lässt – mit schönen Renditen betrieben werden.  Jeder, der seine Ökonomie zu Hause im Griff hatte, konnte sich an den gemeinschaftlich errichteten Projekten beteiligen. Das haben wir seit vielen Jahren unseren MitbürgerInnen erklärt und sie für die Energiewende gewonnen. Sie erleben aber die Veränderung in ihrer Landschaft ganz direkt. Deshalb sollen sie teilhaben an den Entscheidungsprozessen und den Chancen, die die Energiewende uns bietet. Deshalb laden wir ganz am Anfang schon die Menschen ein, sich solidarisch mit einem Anteil an den hiesigen Bürgerenergieprojekten zu beteiligen. Dafür erhalten sie von uns das Versprechen, dass wir die großen Entscheidungen alle gemeinsam treffen. Wir nennen das unsere Kommanditgesellschaften mit Herz, weil jeder erwachsene Bürger das gleiche Angebot erhält, die gleiche Chance auf Teilhabe an Entscheidung und Wertschöpfung, an Risiko und Gewinn. Die Kommanditgesellschaft ermöglicht eine große Freiheit, den Vertragsrahmen zu gestalten und damit eben auch die Möglichkeit, es fair und gut zu machen.

Wir haben in Nordfriesland einen sehr hohen Anteil an Bürgerprojekten. Wir haben viele Windmühlen errichtet und sehen uns auch in der Verantwortung, jetzt Wege zur Systemintegration aufzuzeigen. Unsere ARGE Netz GmbH & Co. KG (ein Zusammenschluss der Akteure der Regenerativen Stromproduktion in Bürgerhand (ca. 3.500 MW installierte Leistung) arbeitet an der Erfassung der Daten für ein Virtuelles Kraftwerk. Die Energie des Nordens (das sind Windmüller und Betreiber von Photovoltaik, Biogas und anderen energieabhängige Unternehmen in Nordfriesland) startet derzeit grade ihr erstes Power-to-Gas-Projekt, um Wege aufzuzeigen, wie eine Region unabhängig werden kann vom Import von Kohle, Atomstrom und Erdöl. Dies ist ein Teil des N.E.W. 4.0-Projektes der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein.

Wir haben uns vorgenommen, dass wir nicht nur unseren eigenen Stromverbrauch selbst decken wollen, sondern auch speicherfähige Energie erzeugen wollen, mit der wir Benzin, Diesel und Heizöl ersetzen können. Erst, wenn wir die Energiewende auch erfolgreich in die Mobilität und die Heiztechnik hineingetragen haben, dann wird der wirkliche Umfang der Energiewende sichtbar. Das wird eine große Kraftanstrengung werden. Eine kleine Elektrolyse-Anlage kostet mit Nebengewerken schon 3 bis 4 Mio. €. Auch ein kleiner Stromspeicher für 1,2 MWh kostet mehrere Millionen. Noch fällt es sehr schwer, diese Technologien unter marktwirtschaftlichen Bedingungen darzustellen. Nur gute Erträge der Windprojekte und Fördermittel ermöglichen derzeit die Errichtung von Speichern, die „Veredelung“ von Strom zu Gas und die Forschung an der Marktintegration von regenerativen Elementen in die Energieversorgung des ganzen Landes. Erst wenn wir ernsthaft beginnen, diese Technologien auszubauen, werden die Anlagenpreise sinken können.

Im Frühjahr werden unsere Mitbürger, unsere befreundeten Windparks und interessierte Unternehmen sich an unserer aktuellen „Power-to-Gas“-Investition beteiligen können. Sie werden zusammen mit uns ein Stück Geschichte schreiben. Nicht, weil wir etwas komplett Neues erfunden hätten, sondern viel eher, weil wir bekannte Technologien neu vernetzen und damit echte Innovation schaffen. Nordfriesland wird auch hier wieder ganz vorne mit dabei sein. Unsere Bürger gehen diesen Weg mit uns. Es kommt nicht darauf an, dass jeder von uns eine Revolution auslöst – es kommt darauf an, dass jeder von uns jeden Tag einen kleinen Schritt in die richtige Richtung geht. Und das kann jeder einzelne tun. Ich wünsche ein gutes neues Jahr 2017.

Horst Leithoff, Energiebürger


 
16.01.2017

Wer sind die Menschen im Arbeitskreis Bremer Manifest?

Menschen in ganz Deutschland engagieren sich für die Bürgerenergie. Einige dieser Personen sind aktiv im Rat für Bürgerenergie, der sich auf der Homepage des Bündnis Bürgerenergie vorstellt.

In den kommenden Wochen sammeln wir hier im Blog die Kurzprofile der Personen, die aktuell im Arbeitskreis "Bremer Manifest" aktiv sind.


 
08.01.2017

Klimaretter: Energiewende selber machen


Gelungene Überraschung zu Neujahr: In der aktuellen Aktion des Monats stellt Klimaretter die Initiative Bremer Manifest vor.

Danke, Klimaretter! Wir freuen uns sehr, dass unsere Initiative Bremer Manifest nun als erste Aktion des Monats in 2017 ausgewählt worden ist. Gemeinsam können wir etwas bewegen!

Warum jetzt handeln? Mit dem Pariser Klimaabkommen hat die Weltgemeinschaft bereits Ende 2015 das Langzeitziel gesetzt, die Atmosphäre von der Kohlenstoffbelastung zu befreien. Dies wollen wir – als aktive EnergiebürgerInnen im Bündnis Bürgerenergie tatkräftig unterstützen – hin zu 100% Energie aus erneuerbaren Quellen – vernetzt und so schnell wie möglich.

Der Schutz unserer Ökosysteme ist uns wichtig. Energieverschwendung, weiter wie bisher, grenzenloses Wachstum, Geiz und Gier – all dies gefährdet das Leben auf unserem Planeten Erde in höchstem Maße. Wir wollen nicht, dass bis 2020 zwei Drittel der Wildtiere aussterben.

Die Wissenschaft fordert als Ziel für die Natur und den Erhalt der Artenvielfalt: 50 Prozent des Planeten sollen bis 2050 vor Entwaldung, schmutziger Energie sowie industrieller Fischerei und Landwirtschaft geschützt werden. Dies wollen auch wir unterstützen, gemeinsam für unsere Lebensgrundlagen!


 
01.01.2017

Axel Berg erklärt die dezentrale Energieversorgung


Der Vorstandsvorsitzende von Eurosolar, Dr. Axel Berg, ist Unterstützer des Bremer Manifests. In einem neuen Video erklärt er das Einmaleins der Energiewende. Er zeigt den wohl stärksten Einsatz weltweit im Energiesektor tätiger Konzerne auf, ihre Marktmacht in der zentralen Energieversorgung zu sichern bzw. auszuweiten. Dabei ist das dezentrale Energieversorgungssystem für alle Menschen auf dieser Welt nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch volkswirtschaftlich günstiger, risikoärmer und preiswerter für alle EnergieverbraucherInnen und SteuerzahlerInnen. Wir sind mehrere Millionen EnergiebürgerInnen, die ein gemeinsames Ziel haben: Eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen in Frieden, herbeigeführt durch eine dezentrale Energieversorgung.

Den Hinweis auf diese Videobotschaft verbinden wir mit guten Wünschen für ein energiereiches Jahr 2017, das wir uns als Jahr der längst überfälligen energiewirtschaftlichen und energiepolitischen Trendwende wünschen – hin zu mehr Bürgerenergie. Der Arbeitskreis Bremer Manifest wünscht ein frohes neues Jahr!


 
23.12.2016

Bremer Manifest Dezember 2016 - Rückblick und Ausblick

Liebe Freundinnen und Freunde der Bürgerenergie,

das alte Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit, zurück zu blicken auf die ersten Schritte des Bremer Manifests. Wir sind mit einer Vision gestartet: „Wir erzeugen unsere Energie selbst, klimafreundlich und sozial.“ Nach dem Bürgerenergie Konvent im September 2016 in Berlin gab es diverse Treffen und Telefonkonferenzen, bei denen viele Gedanken ausgetauscht wurden. Daraus entwickelten sich erste konkrete Ideen. Diese und weitere wollen wir mit Ihnen und Euch gemeinsam umsetzen.

Die Bremer Stadtmusikanten haben wir uns zum Vorbild genommen. In einer schwierigen Phase haben sich die Tiere der Fabel verbündet und wurden erst durch ihre Gemeinschaft stark.

Welche Eigenschaften verbinden wir mit den Fabelwesen?

Esel sind belastbar und stark. Sie stellen die ökologischen Fragen.
Hunde sind treu, sorglos, freundlich. Sie stellen die sozialen Fragen.
Katzen sind wählerisch, opportun. Sie stellen die ökonomischen Fragen.
Hähne sind aufgeweckt, laut. Mit Sonnenaufgang werden sie lebendig.

Wenn alle zusammenkommen, haben sie viel Energie und können sich auch angesichts großer Herausforderungen behaupten. Genauso sehen wir die Bürgerenergie, die die dezentrale und erneuerbare Energiewende voranbringt.

Je mehr Menschen mitmachen, desto wirkungsvoller ist unsere Stimme. An dieser Stelle danken wir allen für die Unterstützung des Bremer Manifests und die Sache der Bürgerenergie in 2016.

Wir laden weiterhin herzlich zum Mitmachen ein! Weitere Infos gibt es hier.

Finanzielle Spenden ermöglichen Publikationen und Weiterentwicklungen der Internetseite. Aktuell planen wir ein Diskussionsforum für den Austausch aller Interessierten der Bürgerenergiewende.

Wir wünschen ruhige Feiertage und einen guten Start in ein energiereiches neues Jahr!

Mit sonnigen Grüßen
aus dem Arbeitskreis Bremer Manifest.


 
22.11.2016

Der Flyer zum Bremer Manifest nebst "Faktencheck #1 Preiswerter Strom" zur Lüge vom teuren Ökostrom


Mittlerweile haben wir - der Arbeitskreis Bremer Manifest - einen Flyer und einen ersten Faktencheck "Preiswerter Strom" erstellt und gedruckt. Damit bewerben wir das Bremer Manifest auf Veranstaltungen und laden jeden Einzelnen zum Mitmachen ein. Gemeinsam mit vielen Menschen wollen wir eine starke Gemeinschaft von EnergiebürgerInnen sichtbar machen – gegen unverantwortliche ungezügelte Gier.

Wenn Sie Flyer des Bremer Manifests verteilen möchten, nutzen Sie einfach unser Bestellformular.

Das Bremer Manifest ist eine "lebende" Bewegung. Dessen Informationsstand aktualisieren wir fortlaufend und entwickeln neue Initiativen. Diese dokumentieren wir auf unserer Webseite. So zeigen wir die vielfältigen, komplexen Ursachen und Wirkungen des aktuellen Energiesystems auf und verdeutlichen für jeden Menschen, wie weiter Fakten geschaffen werden.

Das Bremer Manifest soll ein Dach für alle Menschen sein, die schnellstmöglich 100% erneuerbare Energien wollen. Die unterschiedlichen Vorstellungen zu den Wegen dorthin möchten wir sachgerecht und freundschaftlich erörtern.  Auch wissenschaftlichen Rat holen wir uns ein. All diese neuen Erkenntnisse sollen auf unserer Website und in weitere Faktenchecks einfließen.

Nach der Vorstellung des Bremer Manifestes nebst Website Mitte September 2016 auf dem Bürgerenergie-Konvent verteilen wir ab sofort den Bremer-Manifest-Flyer nebst Faktencheck #1 bei diversen Veranstaltungen und geben interessierten Menschen die Gelegenheit zur Unterstützung des Manifestes durch Mitwirkung und/oder ihre Unterschrift vor Ort. Vorgestellt haben wir das Bremer Manifest u.a. bereits bei

  1. der deutschen EUROSOLAR-Preisverleihung 2016 in Solingen
  2. dem achten Informellen Treff des Solarverein Goldene Meile e. V. in Remagen
  3. dem Festakt zum 30 jährigen Bestehen des Solarenergie-Förderverein Deutschland e. V. in Aachen sowie der Mitgliederversammlung nebst Fachvortrag am Folgetag
  4. dem achten Mini-Symposium des Solarverein Goldene Meile e. V. "Energie und Gesundheit" in Remagen
  5. der Tagung des Bundes der Energieverbraucher e.V. "Verbraucher in der Energiewende" im Beisein von Prof. Dr. Ernst-Ulrich von Weizsäcker (Co-Präsident des Club of Rome) in Bonn Bad Godesberg.

Die Unterschriftenliste steht zum Ausdruck bereit.


 
18.09.2016

Das Bremer Manifest wurde auf dem Bürgerenergie-Konvent vorgestellt


Das Bremer Manifest und die Plattform der Initiative wurden am 17. September 2016 auf dem Bürgerenergie-Konvent des Bündnis Bürgerenergie im VKU Forum in Berlin vorgestellt.

Malte Zieher und Wolfgang Siegel präsentierten die Vision des Arbeitskreises, der das Bremer Manifest entwickelt hat. Neben ihnen haben Beate Petersen, Horst Leithoff und Steffi Usbeck mitgearbeitet, so dass sehr vielfältige Erfahrungen der Bürgerenergiebewegung in das Bremer Manifest eingeflossen sind.

Mit den Teilnehmern des Workshops wurden die Ideen weiterentwickelt, wie sich das Bremer Manifest ausbreiten kann und wie demokratische Strukturen gebildet werden können.